Wachsender Strombedarf bei gleichzeitigen ESG-Anforderungen für die Medizintechnik
Reduktion der Stromkosten und Sicherstellung von ESG-Konformität in einem Produktionstandort der Medizintechnik.
Jetzt beraten lassen595 kWp
Dach-PV-Leistung
Dachflächenanlage, ausgelegt auf das Lastprofil des Standorts.
1.500 kWh
Batteriespeicher (2h System)
Intelligente Lastenverschiebung und Verbindung von zwei Netzanschlüssen.
80 %
Eigenverbrauchsquote
Vier von fünf Kilowattstunden bleiben im eigenen Netz.
Kerndaten zum Projekt
Am Standort Fulda versorgt eine Photovoltaikanlage mit 595 kWp gemeinsam mit einem Batteriespeicher von 750 kW Leistung und 1.500 kWh Kapazität den Betrieb mit eigenem Strom. Die Anlage erzeugt rund 450.000 kWh pro Jahr, von denen 80 Prozent direkt am Standort verbraucht werden. Das Verhältnis von Speicherleistung zu Kapazität ist auf einen zweistündigen Volllastbetrieb ausgelegt und damit auf die typische Verschiebung von Mittagsspitzen in die Nachmittags- und Abendlast. Erzeugung und Speicher sind auf die Mittelspannungsebene des Kunden ausgelegt, nicht auf Einspeisung als Geschäftsmodell. Die Eigenversorgung macht zugleich die wachsenden ESG-Anforderungen der Kunden mit einem prüffähigen CO₂-Reporting nachvollziehbar und leichter.
Anwendungsbereiche
Standort
Herausforderung
Der Kunde verfügte am Standort historisch bedingt über zwei getrennte Stromanschlüsse in der Mittelspannung. Für eine Erzeugungsanlage ist das ein Problem: Strom, der hinter dem einen Anschluss produziert wird, kann den Verbrauch hinter dem anderen nicht bedienen, ohne den Umweg über das öffentliche Netz zu nehmen. Dadurch würde ein erheblicher Teil der Erzeugung als Einspeisung und Netzbezug verbucht worden und dadurch wirtschaftlich deutlich schlechter als Eigenverbrauch. Gleichzeitig ist die Zusammenlegung zweier Mittelspannungsanschlüsse kein kurzfristiger Vorgang, sondern erfordert Abstimmung mit dem Netzbetreiber und einen entsprechenden zeitlichen Vorlauf.
Lösung
Im Zuge der Errichtung von PV-Anlage und Speicher wurden die beiden Mittelspannungsanschlüsse zu einem zusammengeführt. Damit steht die Erzeugung dem gesamten Standort zur Verfügung und wird zielgerichtet ohne Durchleitung über das öffentliche Netz geführt. Damit der Zeitbedarf der Anschlusszusammenlegung nicht zum Terminrisiko für das Gesamtprojekt wurde, erfolgte die Inbetriebnahme stufenweise in Teilanlagen unterhalb der NELEV-Schwelle von 270 kW. Diese Teilanlagen gingen ohne Anlagenzertifikat ans Netz und lieferten bereits Strom, während die Netzumstellung parallel abgewickelt wurde. Bauablauf und Genehmigungspfad wurden so entkoppelt, statt sequenziell aufeinander zu warten.
Ergebnis
Der Standort erreicht eine Eigenverbrauchsquote von 80 Prozent. Der Speicher hebt diese Quote über das hinaus, was eine reine PV-Anlage am gleichen Lastprofil erreichen würde, indem er Erzeugungsüberschüsse aus der Mittagszeit in die späteren Lastspitzen verschiebt. Durch die stufenweise Inbetriebnahme begann die Erzeugung, bevor die netzseitige Umstellung vollständig abgeschlossen war. Und mit der Zusammenlegung auf einen Anschluss ist die Infrastruktur nicht nur für die heutige Anlage sauber aufgestellt, sondern auch für spätere Erweiterungen, wie zum Beispiel zusätzliche Erzeugung, Ladeinfrastruktur oder Flexibilitätsvermarktung. Die Eigenversorgung liefert zugleich die Datenbasis für ein prüffähiges CO₂-Reporting, mit dem der Standort die wachsenden ESG-Anforderungen seiner Kunden nachweisbar erfüllt.

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